Über uns

Hallo, ich heiße Sylvia. Ich bin Jahrgang 74 und komme aus Offenburg. Dies liegt in der Rheinebene am Fuße des Südschwarzwalds. Wenn bei uns im Winter 2 cm Schnee liegen, herrscht der Ausnahmezustand...

Ich stamme nicht aus der Landwirtschaft. In meiner Jugend hatten wir ein Pferd. Das stand dann irgendwann bei "Ex-Landwirten unter. Sie hatten von Milchkühen auf Pferdehaltung umgestellt. Hatten noch ein paar Mastbullen und machten das Heu. Dabei habe ich angefangen mitzuhelfen. Woraufhin mich die lieben Leute zum Mittagessen und überhaupt in ihre Familie einluden. Dort wurde mir klar, dass Landwirtschaft kein Job, sondern ein Leben ist.

1993 begann ich dann die Lehre als Landwirtin. Meine Intention lag bei Milchkühen und Käserei mit Direktvermarktung in ökologischer Wirtschaftsweise. Gegen Ende der Lehrzeit "stolperte " ich dann über eine Wanderschafherde. Obwohl so überhaupt nicht geplant, blieb es bei den Schafen.

Was mich dann erwartete, lag weit entfernt von: Hofleben, geregeltem Mittagessen und warmer Wohnstube. Aber wer sagt schon dass man für das Leben bestimmt ist, das man meint sich auszusuchen?

Ich wurde im wahrsten Sinne des Wortes Wanderschäferin. Nicht nur, dass ich mit den Schafen von Sommer auf Herbst und Winterweide zog. Auch zog es mich stetig von Betrieb zu Betrieb. Frei wie ein Vogel? Nun ja, zumindest nie über die Baden-Württembergischen Grenzen hinaus.

Anfang 2000 landete ich dann für ein Jahr auf dem Finkhof. Dort lernte ich auch Irina kennen. Sie machte gerade ihre Ausbidung als Schäferin und brachte mir das Stricken bei (Topflappen+ Schals).

Seit 2010 das erste Kind geboren und Irina sesshaft wurde, verbrachte ich meinen Urlaub immer bei Ihr und ihrer Familie in Arnach. Mit Freude verfolgte ich die Entwicklung ihrer kleinen Schäferei. Die robusten Tiere, der würdevolle Umgang und die wertschätzende Vermarktung der Lämmer und Schafe.

Wer hätte gedacht, dass ich mal ein Teil davon werden könnte?

Durch die Umstrukturierung auf dem Finkhof, ermöglichte es Irina, ihr Konzept zu erweitern. Jetzt bin ich mit im Boot und nun müssen sich Sie und die Rhöner, an mich und die Füchse gewöhnen.

Ich freue mich sehr!

(1. 11. 2018 -Zwei Tage nachdem wir das erstemal die Fuchsschafe mit den Rhönschafen zusammenführten)

Ich bin Irina Lindemann, Jahrgang `82, und eigentlich ein typisches Stadtkind.

Aufs Schaf gekommen bin ich eher zufällig.

Schon als Schülerin hat mich die Wollverarbeitung fasziniert, und ich versponn und verstrickte mit großem Eifer die recht grobe Wolle der Bergschafe einer Bekannten zu Babywindelhosen und -pullovern, die meine Schwester ihrem neugeborenen Sohn - warum auch immer - nicht anziehen wollte.

Als ich nach dem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz als Hebamme ergattern konnte, bewarb ich mich um ein Praktikum auf dem Finkhof, um mehr über Wolle zu erfahren und das Kommuneleben kennenzulernen. Weil dort während der Lammzeit noch helfende Hände gebraucht wurden, landete ich erst einmal im Arbeitsbereich Schäferei und blieb, bis auch das allerletzte Lamm geboren war. Während ich in den darauffolgenden Wochen noch die Arbeitsbereiche Färberei, Weberei und Näherei kennenlernen durfte, verbrachte ich jede freie Minute bei den Schafen und hatte kurze Zeit später den Lehrvertrag unterschrieben.

Nach 3 Jahren, den Gesellenbrief in der Tasche, zog es mich in die große,weite Schäferwelt: mit T3-Bus, Wohnwagen und  Hütehund begann eine lange, lehrreiche Reise von Betrieb zu Betrieb.

5 Jahre später, mit Meisterbrief und 40 Rhönschafen im Gepäck, kehrte ich zurück nach Arnach auf den Finkhof und zu dem Mann, mit dem ich wenig später eine kleine Familie gründen würde.

Doch die Zeiten hatten sich geändert und uns 41 gefiel es auf dem Finkhof nicht mehr. So gründeten wir unsere eigene Schäferei im Ort und starteten 2016 das Projekt Direktvermarktung im Schäferwagen. 

Im Frühjahr 2018 wurden dann die Flächen und die Stallungen vom Finkhof frei und Sylvia und ich konnten diese pachten, um endlich gemeinsam unsere Vorstellung von Schäferei in die Tat umzusetzen.